
Protagonist des Romans ist ein Lateinlehrer, der sich auf die Spuren des attraktiven, erfolgreichen und politisch engagierten Arztes und Poeten, Amadeu de Prado begibt.
Diese Spurensuche ist zugleich Selbstsuche und offenbart die Midlifecrisis des intellektuellen Humanisten. Weder komisch noch tragisch erzählt, lädt die Geschichte zum Gähnen ein.
Die Handlung besteht aus zahlreichen Treffen mit Familie und Freunden des Poeten - ein marionettenhaftes Personal, das mich wenig überrascht oder berührt hat. Die Schicksale kommen eher unglaubwürdig wie an den Haaren herbeigezogen daher. Soweit hat mich der von Tagesspiegel und Welt hoch gelobte „Nachtzug nach Lissabon“ mehr enttäuscht als bewegt. Schließlich sind mir als hübsches Leseerlebnis die teils philosophischen teils biografischen Aufzeichnungen de Prados in Erinnerungen geblieben. Insofern: Ein Buch für mich zur falschen Zeit.
cp