

Mein zweiter Boyle. Nach der
Wassermusik
mal wieder ein Roman vom Professor des
creative writing. Im Original heisst das Buch übersetzt
Der Tortillavorhang. Es spielt in Kalifornien nahe der mexikanischen Grenze. Candido und America, das mexikanische Pärchen, suchen ein neues Leben in den USA.
Delaney dagegen ist US Bürger, arbeitet als Journalist und hat ein Haus und ein Auto.
Die Geschichte fängt damit an, dass Delaney den Mexikaner anfährt.
Der 500 Seiten starke Roman fesselt von der ersten Seite an und eignet sich zur Lektüre in nahezu jeder Situation. Durch die dramatische Übersteigerung des Handlungsfadens bekommt die ansonsten sehr traurige Geschichte einen durchaus komisch absurden Charakter.
América ist perfekt komponiert, die Handlungen der Personen sind inspiriert. Doch finde ich ihn ein wenig zu konstruiert. Ein Lehrstück von Professor Boyle für seine Studenten?
Wahrscheinlich kann der Autor gar nicht anders - auch die
Wassermusik scheint strengen Regeln des handlungsgetriebenen Schreibens zu folgen.